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Abschiedsschmerz überlagert Derbyklatsche

Damen des TuS Jahn Hollenstedt unterliegen Buxtehuder Bundesliga-Nachwuchs mit 17:36. Verein steigt freiwillig in die Oberliga ab.

Kathleen Detje (von links), Dina Bergmane-Versakova, Kerstin Wittig, Jenni Teipelke, Julia Lupke, Marie Kaiser, Luisa Gyszas, Dorit Schwanke und Trainer Lars Dam­mann (vorn) werden beim TuS Jahn Hollenstedt verabschiedet Kathleen Detje (von links), Dina Bergmane-Versakova, Kerstin Wittig, Jenni Teipelke, Julia Lupke, Marie Kaiser, Luisa Gyszas, Dorit Schwanke und Trainer Lars Dam­mann (vorn) werden beim TuS Jahn Hollenstedt verabschiedet

Hollenstedt. Der Dank kam von Herzen. Frank Ottens aus dem Vorstand des TuS Jahn Hollenstedt-Wenzendorf erinnerte im Anschluss an das Saisonfinale der Drittliga-Handballfrauen seines Vereins, die sich nach nur einem Jahr mit einer 17:36 (8:13)-Niederlage gegen den Buxtehuder SV II wieder aus der Liga verabschiedeten, an die vielen Jahre, in denen Lars Dammann als Trainer in Hollenstedt erfolgreich gearbeitet hat.

Zusammen mit Dammann, der als Nachwuchskoordinator beim Buxtehuder SV eine neue Herausforderung sucht, verlassen mit Kathleen Detje, Dina Bergmane-Versakova, Kerstin Wittig, Jenni Teipelke, Julia Lupke, Marie Kaiser, Luisa Gyszas und Dorit Schwanke gleich acht Spielerinnen aus völlig unterschiedlichen, zumeist beruflichen und familiären Gründen den Verein. Dina Bergmane-Versakova wird ihrem Mann Maris folgen, der sich einem Verein in der Zweiten Bundesliga anschließen will. Julia Lupke und Marie Kaiser, beide erst im Winter von Werder Bremen nach Hollenstedt gekommen, schließen sich dem VfL Stade an. Als Konsequenz aus diesem Aderlass verzichtet TuS Jahn Hollenstedt auf ein mögliches Relegationsspiel um den Klassenerhalt und steigt freiwillig in die Oberliga Niedersachsen ab.

„Mit Lars Dammann haben wir den größten Erfolg in unserer Vereinsgeschichte erringen können, die Meisterschaft in der Oberliga im vergangenen Jahr und den Aufstieg in die Dritte Liga“, betonte Frank Ottens. Dammann hatte vor zwölf Jahren als Trainer beim TuS Jahn Hollenstedt angefangen, nacheinander die C-, B- und A-Trainerlizenzen erworben und in den Personen von Helmut Eckelmann, Jürgen Warnholtz und Klaus Gruner erfahrene Trainer als Lehrmeister vorgefunden, von deren Erfahrungsschatz er viel profitieren konnte.

In Buxtehude tritt Lars Dammann die Nachfolge von Steffen Birkner an und soll unter anderem die Zweite Damen des BSV in der Dritten Liga trainieren. Von deren Qualitäten konnte er sich bei der deutlichen Heimniederlage am letzten Spieltag der Saison überzeugen. Wie bereits im Hinspiel, das mit 22:42 noch deutlicher verloren gegangen war, gab es wieder eine Klatsche für Hollenstedt. „Wir konnten nur 20 Minuten mithalten. Bis dahin war ich mit unserem letzten Drittliga-Auftritt vollkommen zufrieden“, sagte der scheidende Trainer nach Spielschluss.

Von diesem Zeitpunkt an zog der Bundesliga-Nachwuchs aus Buxtehude aber unaufhaltsam davon. Vorher hatte BSV-Trainer Igor Sharnikau, der beim Buxtehuder SV seinen Trainerposten für Lars Dammann räumen muss, beim Spielstand von 7:7 seine Mannschaft umgestellt. Mit der Einwechslung von Franziska Stöver und Natalie Axmann am Kreis konnte sich Buxtehude in den letzen zehn Minuten vor der Pause deutlich absetzen.

Sharnikau wechselte im zweiten Durchgang viel durch, das Spiel wurde mehr und mehr eine einseitige Angelegenheit. Katharina Heins setzte mit ihrem achten Treffer zum 17:36 den Schlusspunkt. Sharnikau äußerte sich zum Ende der Saison zufrieden mit Tabellenplatz sechs. „Wir haben eine gute Rückrunde gespielt, in der Hinserie waren wir noch zu instabil.“

In der kommenden Saison übernimmt Arne Schneider die Verantwortung bei den Hollenstedter Handballdamen in der Oberliga Niedersachsen. Schneider war 2015 mit seiner Lebenspartnerin Julia Fritsche, Rückraumspielerin beim TuS Jahn Hollenstedt, aus Berlin gekommen, spielte ein Jahr beim SV Beckdorf in der Dritten Liga und zuletzt beim Hamburger Oberligisten HG Hamburg-Barmbek.

Den freiwilligen Rückzug in die Oberliga hätte Lars Dammann seinem bisherigen Verein nicht empfohlen. „Der Kern der Mannschaft bleibt doch zusammen. So stark wie die Aufsteiger ist das Team allemal“, begründet er seine Auffassung. Doch das liegt nicht mehr in seiner Verantwortung. Als erste Aufgabe in Buxtehude steht für Lars Dammann die Handball-Ferienschule des Buxtehuder SV auf der Agenda, die sich vom 27. Juni bis 1. Juli an Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren richtet. Für den Handball-Verband Niedersachsen (HVN) bleibt Dammann als Trainer der Regionsauswahl tätig – in Hollenstedt.

Quelle:
Hamburger Abendblatt
Foto: Uwe Stelling

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