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TuS erwischte Glanztag

Trotz Personalnot fertigte Hollenstedt Rostock in der 3. Liga mit 34:24 ab

Hollenstedts Kleinste, „Shorty“ Bremer (rotes Trikot), nutzte im zweiten Spielabschnitt ihre Schnelligkeit und ihr Spielverständnis auf der Mittelposition aus. Foto: rin Hollenstedts Kleinste, „Shorty“ Bremer (rotes Trikot), nutzte im zweiten Spielabschnitt ihre Schnelligkeit und ihr Spielverständnis auf der Mittelposition aus. Foto: rin

rin Hollenstedt. Das Gefühl, dass in der 3. Handballliga Nord der Frauen für den TuS Hollenstedt noch was gehen kann, wird immer realer: Im Nachholspiel gegen den Rostocker HC ließ sich die Mannschaft von Trainer Lars Dammann nicht davon aus der Ruhe bringen, dass mit Dina Bergmane-Versakova die stärkste Rückraumwerferin fehlte, sondern sie münzte die Situation der knappen Personaldecke in eine Trotzreaktion um. Die Gäste blieben beim 34:24-Sieg der Hollenstedterinnen vor allem auch wegen einer glänzend aufgelegten Eileen Volkmann, die allein 19 Tore markierte, völlig ohne Chancen.

„Ich hab vorm Spiel Schokolade gegessen. Vielleicht war es das“, antwortete Hollenstedts Kreisläuferin lachend auf die Frage, warum sie so gut drauf sei. Von ihren 19 Toren warf Eileen Volkmann 7 vom Siebenmeterpunkt und ließ nur zwei Strafwürfe ungenutzt. Viele dieser Strafwürfe holte das Energiebündel mauch gleich selbst heraus. Allerdings darf ihre starke Leistung nicht jene des restlichen Teams schmälern. Denn versorgt wurde die Kreisläuferin mit jeder Menge gekonnter Anspiele aus dem Rückraum.

Schon die ersten Tore der Partie weckten Erwartungen: Julia Fritsche schraubte sich gleich zweimal im Rückraum in die Luft und traf, dann lief Marie Kaiser ein und warf per Sprungwurf von der Halbposition das 3:2. Rostock spielte dagegen nervös, traf aber in der Anfangsphase mehrfach mit Würfen knapp unter die Latte. Nach der 7:6-Führung hatte sich die Hollenstedter Defensive, die mit dem Einsatz von Nina Noltin eine wichtige Ergänzung im Mittelblock erfuhr, darauf eingestellt und zog über 10:6 und 16:9 bis zum 19:12 zur Pause weg. Erst zum Ende der ersten Hälfte leisteten sich die Gastgeberinnen mit einem verworfenen Siebenmeter, einem Pfostenwurf nach einem Konter und einem schwächeren Abschluss nach einem erweiterten Gegenstoß Nachlässigkeiten.

Bei Rostock war das deutlich anders: Eine enorme Anzahl technischer Fehler, mangelnde Konzentration und mit zunehmender Spieldauer immer schwächere Rückraumwürfe, die TuS-Keeperin Dorit Schwanke teilweise fangen konnte, machten es Hollenstedt einfach, die Führung stetig bis auf 28:17 (43. Minute) auszubauen. Mehrfach brillierte die Hollenstedter Torhüterin mit risikoreichen langen Pässen, die aber immer ihr Ziel in einer Mitspielerin fanden.

„Vor allem haben wir aber nie ein taktisches Mittel gegen Hollenstedts Kreisläuferin gefunden“, monierte Rostocks Trainerin Ute Lemmel, früher über Jahre für den weiblichen Nachwuchs beim DHB zuständig. „Da sind wir nach zwei Ausfällen durch Kreuzbandrisse spielerisch wirklich sehr limitiert.“ Lars Dammann freute sich dagegen über ein Spiel, in dem für sein Team fast alles klappte. „Auch im zweiten Durchgang ging unser Konzept mit einer flinken und mit Spielverständnis ausgestatteten Rika Bremer auf der Mitte voll auf“, freute sich der Coach, der überrascht war, dass Rostock doch sehr defensiv 6:0 deckte. Am Sonnabend muss Hollenstedt nun nach Nord Harrislee. „Da dürfen wir uns von diesem Erfolg nicht blenden lassen. Das ist ein anderes Kaliber als Rostock“, sagte der Trainer. Ob er dann wieder mit Dina Bergmane-Versakova rechnen kann, ist fraglich.

Quelle:
Winsener Anzeiger

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